Abschiedsworte von Pfarrerin Barbara Dietrich

Siehe, ich mache alles neu!“

So lautet die Jahreslosung für das Jahr 2026 und für meinen Mann und mich trifft dieses Motto genau zu – wir verlassen Bad Abbach, weil ich die Stelle als Seelsorgerin in den Justizvollzugsanstalten Neuburg-Herrenwörth und Niederschönenfeld antreten werde.

Fünf Jahre durfte ich als Pfarrerin in der Kirchengemeinde Bad Abbach wirken. Vieles ist in dieser Zeit neu entstanden, hat sich verändert oder musste verabschiedet werden. Glanzlichter waren für mich die Kirchenmusik mit engagierten Sängerinnen und Sängern im Singkreis und den Organistinnen und Organisten, die an Sonn- und Feiertagen Dienst in der Kreuzkirche leisten. Der Mittagstisch und die Kaffeerunde laden monatlich unterschiedliche Menschen zum geselligen Beisammensein ein. Und der seit Dezember 2024 neu amtierende Kirchenvorstand hat einen guten Blick für das Wohl der Gemeinde.

Viele Menschen sind sehr bemüht, dass das kirchliche Gemeindeleben auch in der heutigen Zeit lebendig und ansprechend gestaltet wird. Mein besonderer Dank gilt meinem Konfi-Team, das nun selbständig das Konfi-Camp im Juli meistern wird. Ihr schafft das!

Seit 1999 bin ich Pfarrerin im Gemeindedienst und liebe meinen Beruf. „Warum geht sie dann?“, werden sich manche fragen. Ich gehe jetzt, weil ich fünf wertvolle Jahre in einer liebenswerten Gemeinde mit der schönsten Kirche leben und wirken durfte. Wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich gehen. Dazu kommt, dass ich mich auf die Grundaufgaben zurückbesinne, warum ich Pfarrerin geworden bin: Für Menschen in besonderen Lebenssituationen Zeit zu haben und Begleitung anbieten zu können. Das waren im Gemeindedienst vor allem Taufen, Trauungen und viele Beerdigungen. Seelsorgerliche Gespräche verschiedenster Art haben meine Tätigkeit geprägt. Leider wurde die vorhandene Zeit durch Verwaltungs-Tätigkeiten immer mehr eingeschränkt.

In meinem neuen Arbeitsfeld in der Gefängnisseelsorge weiß ich durch meine nebenamtliche Tätigkeit, dass die Herausforderungen anders, aber nicht weniger speziell sein werden. Jedoch ist die Seelsorge am Gegenüber dort die Hauptaufgabe und ich freue mich sehr, wenn ich Menschen „hinter Gittern“, ob als Inhaftierte oder Vollzugsbeamten künftig noch mehr zur Seite stehen darf.

Allen, die mich in der Zeit in Bad Abbach unterstützt haben, danke ich von Herzen.

Ihre Barbara Dietrich

Pfarrerin Barbara Dietrich
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